In Postignano die Kunst von Peggy Kleiber

Die von Arianna Catania kuratierte Fotoausstellung „Alle Tage des Lebens (Fotografien 1959-1992)“ wird am 18. Mai eröffnet

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Im Rahmen der 12. Ausgabe der Kulturveranstaltung „Un Castello all’Orizzonte“, die in Castello di Postignano (PG) stattfindet, findet am Samstag, 18. Mai 2024, um 18.30 Uhr im Assisi Apartment die Vernissage der Fotoausstellung „Peggy Kleiber. Jeden Tag des Lebens (Fotografien 1959-1992)“ herausgegeben von Arianna Catania.

Die Ausstellung, die bis zum 3. November besichtigt werden kann (Eintritt frei), wurde letztes Jahr als Weltpremiere im Museum von Rom in Trastevere gezeigt (eröffnet am 18. Mai 2023): Castello di Postignano ist Gastgeber der zweiten italienischen Etappe, von denen einige unveröffentlicht sind Fotos aus Umbrien und der Toskana.

Der Ausstellungsparcours „Peggy Kleiber. Alle Tage des Lebens (Fotografien 1959-1992)“ zielt darauf ab, ein reichhaltiges und detailliertes Archiv zu erweitern, das der breiten Öffentlichkeit bisher unbekannt war und mehr als 15.000 Fotografien umfasst und den Blick einer Frau als Zeugin bewahrt ihrer Zeit.

Ein großes ikonografisches Erbe, das viele Jahre lang in zwei einfachen Koffern aufbewahrt wurde, erblickt heute durch eine großartige Arbeit der Digitalisierung und geduldigen thematischen Neuordnung endlich das Licht.

Peggy Kleiber hatte in ihrem Haus eine kleine Dunkelkammer und ein eigenes Entwicklungs- und Drucklabor eingerichtet. Neben den Negativen verfügt das Archiv über zahlreiche Originalreproduktionen und Vintage-Abzüge, sowohl von Familienfotos (in der Schweiz und anderswo aufgenommen) als auch von zahlreichen Reisen nach Italien und ins Ausland. Oft wurden die Filme, fast alle in Schwarzweiß, „bis zum Ende gedehnt“, so dass manche Bilder wie zerrissene Fragmente einer wiederentdeckten Zeit auf uns zukommen.

Neben dem Fotomaterial wurden dank der wesentlichen Mitwirkung der Angehörigen von Peggy Kleiber auch Briefe, Notizen, Tagebücher und Alben sowie Super-8- und 16-mm-Filme mit seltenen Familienfilmen gefunden. Filme, die oft von Peggys Vater gedreht wurden, der seine Leidenschaft für die Fotografie schon in jungen Jahren an seine Tochter weitergab.

Peggy Kleiber bewegt sich unsichtbar in einer Welt, die ihr gehört, bestehend aus ihr bekannten Menschen und Situationen, wird so zum trait d’union ihrer Familie und schafft es, sich mit ihrem tiefgründigen Blick empathisch mit jedem ihrer Mitglieder zu verbinden. Seit Jahren dokumentiert er mit seiner untrennbaren Leica kollektive Rituale: Hochzeiten, Partys, Geburten, Jubiläen und Momente des gemeinsamen Lebens. So gelingt es ihm, tiefe Emotionen in den subtilen Gesten, in den wissenden Blicken, im scheinbar alltäglichen Alltag einzufangen, in dem der ganze Reichtum und die Komplexität familiärer Bindungen beschrieben wird.

Biografie

Peggy Kleiber (Moutier, Schweiz, 1940) verbrachte ihre Kindheit mit ihrer großen Familie in einem Umfeld voller kultureller Reize, darunter Musik und Literatur. 1959 begann er ein Literaturstudium in Genf und anschließend an der Universität Zürich. 1961 zog er nach Hamburg, um die Fotoschule „Hamburger Fotoschule“ zu besuchen. Dieses Erlebnis markiert einen Wendepunkt im Leben von Peggy Kleiber: Von diesem Moment an wird ihre Leica M3 sie überallhin begleiten, bei Familienritualen und Jubiläen ebenso wie auf Reisen ins Ausland.

In den folgenden Jahren wird die Lektüre von Simone Weil entscheidend sein: Der Gedanke der französischen Philosophin wird grundlegend werden, wenn Peggy für einige Zeit in einer Textilfabrik in Roggwil (Bern) arbeitet.

Seit 1958 reist Peggy Kleiber durch Europa (Paris, Prag, Amsterdam, Leningrad usw.), wobei sie Italien große Aufmerksamkeit widmet, verschiedene soziale Schichten entdeckt und sich von unbekannten Orten verzaubern lässt. Sie entdeckt Rom, eine Stadt, zu der sie sofort eine starke Bindung aufbaut, die sie dazu drängt, mehrmals zurückzukehren.

Er macht sich auch auf den Weg, um das verborgene Italien zu entdecken: Umbrien, die Toskana und Sizilien, ein geliebtes Land, in dem er Bindungen knüpft, die noch in den folgenden Jahren Bestand haben werden.

In diesen Jahren großer Entdeckungen und Veränderungen wird Peggy Kleiber den Kontakt zu ihrer Familie, die immer größer wird, nicht verlieren. Er tut dies, indem er Brüder und Schwestern in anderen Teilen Europas besucht und in die Schweiz zurückkehrt, um sich zu wichtigen gemeinsamen Momenten zu treffen: Partys, Hochzeiten, Geburten, Übergangsriten.

1965 nahm Peggy Kleiber ihr Studium an der Universität Neuenburg wieder auf und widmete sich ab Ende der 1970er Jahre der Lehre, ohne die Fotografie jemals aufzugeben.

Erst viele Jahre später entschloss sie sich, die zahlreichen Familienfotos zu sammeln und zu bearbeiten, die im Buch Rue Neuve 44. Chronik des Familienlebens 1963-1983 enthalten sind, das sie persönlich herausgab und 2006 ihren Verwandten schenkte.

Peggy Kleiber verstarb 2015 vorzeitig im Alter von 75 Jahren.

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